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"Verrückt oder "mutig"? Wir gehen unseren Weg

 

Dieses freie Gefühl dürfen wir nun seit knapp fünf Monaten geniessen. Ja, schon so lange ist es her, dass wir unseren Haushalt aufgelöst, uns von vielen liebgewonnen Dingen getrennt und verabschiedet haben. Seit fünf Monaten leben wir mit den wenigen Gegenständen die wir dabei haben, schlafen grösstenteils mit Schlafsack und Zelt, fahren bei Sonne, Regen und Wind Fahrrad, spielen mit Dingen die wir finden und sind am Reisen.

Es braucht ganz wenig um glücklich zu sein.Einige finden es «verrückt», andere finden es «mutig», viele würden es «auch gerne machen» , einige können es sich «gar nicht vorstellen». Und wir wissen: Es ist unser persönlicher Weg. Wir verbringen als Familie sehr viel Zeit miteinander, erleben ganz intensiv gemeinsam Hochs und Tiefs, schwierige, und vor allem ganz viele schöne Momente, die wir bis jetzt noch nie so stark wahrgenommen haben.

Was morgen ist, wissen wir jeweils nicht so genau. Wir nehmen es wie es kommt. Wir haben eine Ahnung, wo es langgehen soll, doch die Chance, dass wir irgendwo stecken bleiben ist trotzdem gross. Spannende Begegnungen, wunderschöne Orte in der Natur, aber auch mal schlechtes Wetter, sind gute Gründe uns für eine Weile niederzulassen und in die Kultur, Natur und Geschichten einer Region einzutauchen und diese auf uns wirken zu lassen.

 

Momentan sind wir in Huskvarna in Schweden und helfen Silvia und Jonas mit ihren beiden Kindern beim Herrichten ihres Hauses und der Umgebung. Silvia ist Schweizerin und Jonas ist Schwede.

 

Es erfüllt uns, wenn wir anderen helfen und sie unterstützen können, ohne das dabei Geld fliesst. Nebenher lassen wir uns von ihren Ideen inspirieren und haben unglaublich viel Zeit, uns gegenseitig auszutauschen. Wir selber durften in unserer alten Wirkungsstätte im Calancatal ganz viel Engagement von Freiwilligen erhalten und wir wissen was es heisst solche Unterstützung zu erfahren. Noch heute sind wir dankbar dafür.

 

Der Herbst hat auch hier oben Einzug gehalten. Temperaturen unter 10 Grad sind in der Nacht normal geworden, deshalb ziehen wir die Reissverschlüsse der Schlafsäcke wieder ganz weit nach oben zu, damit die Luft uns wärmt. Für uns aber auch ein Zeichen, dass wir langsam aber sicher südwärts ziehen sollten. Das ist auch der Plan. In den nächsten Wochen möchten wir per Schiff - Zug - Bus in den Süden reisen und zwar soweit, dass wir die Schlafsäcke wieder offen halten können.

Und über deine Reaktion per Mail oder deinen Gruss im Gästebuch sind wir immer hocherfreut.