· 

1000 Kilometer - ein Grund uns zu melden

Buongiorno

Von vielen guten Menschen begleitet haben wir uns Ende April vom Calancatal verabschiedet und Richtung Norden aufgemacht, um unseren lang ersehnten Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Auf Fahrrädern, bepackt mit Zelt, Küche, Neugier und vielleicht auch einer Portion Naivität, sind wir  fünf am Durchtreten und geniessen gerade den frischen Wind entlang der Ostsee.

Nach 1000 km können wir es wirklich nicht mehr verkneifen, auch dir davon zu erzählen.

Na ja, eine Reise zu geniessen ist einfach, da verdrängt man doch gerne so manche Versprechungen. 

Nach bald drei Monaten Reiserei möchten wir dir aber gerne mal eine Nachricht nach Hause senden. Und da der Moment mit den ersten 1000 km passender nicht sein könnte, nehmen wir diesen Anlass gleich als doppelte Motivation.

 

Drei Monate sind es in der Tat schon, seitdem wir das Calancatal verlassen haben, drei intensive Monate mit vielen eindrücklichen Erlebnissen und Bekanntschaften.  Wir angeln uns von Campingplatz zu Rad-Host-Familien, von Sehenswürdigkeiten zu Sandstränden und durch beeindruckende Buchenwälder. Wir lassen uns mal nur für eine Nacht, mal auch etwas länger an einem schönen Ort nieder, trotzen Frost, Regen, Wind und Sonne und glauben an den Rückenwind, der uns vorwiegend gut gesinnt ist.

Wir sind nach wie vor in den norddeutschen Gefilden unterwegs, momentan auf der Insel Rügen, wo wir das zweite Mithilfprojekt angesteuert haben.

Und nach drei Monaten Deutschland sollte man meinen, dass sich unser schweizerdeutscher Akzent langsam verflüchtigt hat. Weit gefehlt! Bereits nach dem ersten Satz kommt jeweils die Frage: «Seid ihr aus der Schweiz?» «Ja, sind wir! Hört man das?», fragen wir dann ganz amüsiert zurück. Nur Uma hat einen astreinen Akzent, den sie sich beim Besuch im Waldkindergarten in Albersdorf angeeignet hat. 😉

Unser Material hält auch nach längeren Pflastersteinwegen, die Laune ist je nach Zuckergehalt in unseren Pack-Taschen von gut bis sehr gut und die spontanen Proteste und Tiefs, von denen wir alle zwischendurch mal heimgesucht werden, meistern wir - auch mal mit einem Gelato fatto in casa!

 

Ab Mitte Juli ziehen wir wieder weiter. Wohin? Polen, Schweden oder doch Dänemark? Wir wissen es noch nicht ganz genau und nehmen jeden Tag wie er kommt.

Wir grüssen dich ganz herzlich und wünschen schöne Sommerferien.

Carissimi saluti

Ruth, Lou, Pepe, Uma und Sergio